Josefine Mutzenbacher wurde zu Wien, in der Vorstadt Hernals, am 20. Februar 1852 geboren. Sie stand frühzeitig unter sittenpolizeilicher Kontrolle und übte ihr Gewerbe zuerst in wohlfeilen Freudenhäusern der äußeren Bezirke, dann im Dienste einer Kupplerin, die während des wirtschaftlichen Aufschwungs in der Wiener Innenstadt die vornehmere Lebewelt mit Mädchen versorgte.

Erfrischend direkt und deftig, mit einer gehörigen Portion Wiener Humor und Dialekt berichtete Josefine Mutzenbacher von ihren 365 Liebhabern. Hoch zu Ross oder beim Heurigen, im Prater oder auf dem Samtsofa eines Séparées: Immer findet die sinnesfrohe Dirne aus der Donaustadt ihr Vergnügen an den vielfältigen Spielarten der Lust.

Josefine setzte ihren Körper ein, um den tristen Lebensverhältnissen der Wiener Vorstadt zu entkommen. Dank ihrer außerordentlichen Gabe für das horizontale Gewerbe entkam sie nicht nur der Armut und dem Elend, sie wurde zu einer reichen und kultivierten Frau, die nichts bereute und voller Stolz, Humor und erfrischende Direktheit ihre Karriere schilderte.

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